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Hüft-Totalendoprothese: Alles über den Gelenkersatz

Physiotherapie Behandlung

Der Ersatz des Hüftgelenks: Einblick in die Totalendoprothese

Der Ersatz des Hüftgelenks durch eine Totalendoprothese (TEP) stellt eine bedeutende chirurgische Intervention dar, die vor allem bei fortgeschrittenen Hüftgelenkserkrankungen wie Arthrose eingesetzt wird. Bei diesem Eingriff wird das beschädigte Hüftgelenk durch eine künstliche Prothese ersetzt. Diese Prothesen bestehen in der Regel aus Metall, Keramik oder Kunststoff und sind so konzipiert, dass sie die natürliche Bewegung des Hüftgelenks nachahmen.

Der Eingriff beginnt mit einem Schnitt über der Hüfte, durch den der Chirurg Zugang zum Hüftgelenk erhält. Das beschädigte Gelenk wird entfernt und durch die Prothese ersetzt, die entweder in den Knochen zementiert oder so gestaltet ist, dass sie einwächst. Die Operation zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Mobilität und Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern.

Nach der Operation folgt eine Phase der Rehabilitation, in der Physiotherapie eine zentrale Rolle spielt. Diese ist entscheidend, um die Beweglichkeit des neuen Gelenks zu maximieren und die Muskeln zu stärken. Die Patienten lernen, mit ihrer neuen Prothese umzugehen und alltägliche Aktivitäten sicher auszuführen.

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Ursachen für den Einsatz einer Totalendoprothese im Hüftgelenk
 

Die Notwendigkeit einer Totalendoprothese im Hüftgelenk kann durch verschiedene Ursachen bedingt sein:

Indikationen für eine Totalendoprothese der Hüfte: Symptome und zugrundeliegende Erkrankungen
 

Starke und anhaltende Schmerzen: Dies ist das primäre Symptom, das häufig zu einer Totalendoprothese führt. Die Schmerzen sind in der Regel im Hüftbereich lokalisiert, können aber auch in angrenzende Bereiche wie das Knie, den Oberschenkel oder den Rücken ausstrahlen. Sie treten oft bei Belastung auf, wie beim Gehen oder Treppensteigen, können aber auch in Ruhephasen präsent sein.

Physiotherapeutische Behandlung nach einer Hüft-Totalendoprothese: Ein Leitfaden für die Genesung
 

Die physiotherapeutische Behandlung nach einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) ist ein wesentlicher Bestandteil des Genesungsprozesses. Sie zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Funktionalität des Hüftgelenks wiederherzustellen. Hier ist ein Überblick über die typischen Phasen und Aspekte der physiotherapeutischen Behandlung nach einer Hüft-TEP:

Frühe postoperative Phase (1. bis 2. Woche)

  • Schmerzmanagement: Einsatz von Eis, Elektrotherapie oder anderen Methoden zur Schmerzlinderung.

  • Frühmobilisation: Anleitung zu leichten Bewegungen im Bett, um die Blutzirkulation zu fördern und Thrombosen vorzubeugen.

  • Gehtraining: Einsatz von Gehhilfen (wie Krücken oder einem Walker) und schrittweise Steigerung der Gehstrecke.

  • Muskelaktivierung: Übungen zur Aktivierung der Oberschenkelmuskulatur und zur Stärkung der Hüftbeuger und -strecker.

Mittlere postoperative Phase (3. bis 6. Woche)

  • Beweglichkeitsübungen: Sanfte Dehnungs- und Beweglichkeitsübungen zur Verbesserung der Gelenkamplitude.

  • Kräftigungsübungen: Gezielte Übungen zur Stärkung der Hüftmuskulatur, des Rumpfes und der Beine.

  • Gleichgewicht und Koordination: Übungen zur Verbesserung der Propriozeption und des Gleichgewichts.

  • Fortsetzung des Gehtrainings: Zunehmende Belastung und schrittweiser Verzicht auf Gehhilfen.

  • Funktionelles Training: Übungen, die auf spezifische Alltagsaktivitäten abzielen, wie Treppensteigen, Aufstehen aus dem Sitzen.

  • Erweitertes Kräftigungs- und Beweglichkeitstraining: Einbeziehung komplexerer Übungen zur weiteren Stärkung und Flexibilität.

  • Ganganalyse und -korrektur: Optimierung des Gangbildes.

  • Sportartspezifisches Training: Bei Bedarf und nach ärztlicher Freigabe Anpassung der Übungen an sportartspezifische Anforderungen.

Allgemeine Hinweise

  • Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen: Beachtung der Bewegungseinschränkungen, die vom Chirurgen empfohlen werden, um eine Dislokation des Gelenks zu verhindern.

  • Schrittweise Steigerung: Die Intensität und Komplexität der Übungen sollte schrittweise und unter Berücksichtigung der individuellen Schmerzgrenze und Belastbarkeit erhöht werden.

  • Regelmäßige Nachkontrollen: Regelmäßige Besuche beim behandelnden Arzt und Physiotherapeuten zur Überwachung des Fortschritts.

Orthopädische Therapie bei Hüft-Totalendoprothesen: Ein umfassender Behandlungsansatz
 

Die ärztliche oder orthopädische Therapie im Zusammenhang mit einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die vor und nach der Operation ergriffen werden, um optimale Ergebnisse zu gewährleisten. Diese Therapie wird individuell an den Patienten angepasst, basierend auf deren allgemeinem Gesundheitszustand, Alter, Aktivitätslevel und spezifischen Bedürfnissen. Hier ist ein Überblick über die typischen Schritte der

orthopädischen Therapie im Zusammenhang mit einer Hüft-TEP:

Vor der Operation

  • Medizinische Bewertung: Vollständige Anamnese und körperliche Untersuchung, um die Notwendigkeit einer Hüft-TEP zu bestätigen.

  • Bildgebende Verfahren: Röntgen, MRT oder CT-Scans zur Beurteilung des Zustands des Hüftgelenks.

  • Aufklärung des Patienten: Informationen über den Eingriff, die erwarteten Ergebnisse, Risiken und die postoperative Rehabilitation.

  • Planung des Eingriffs: Auswahl des geeigneten Prothesentyps und der chirurgischen Technik.

Unmittelbar nach der Operation

  • Schmerzmanagement: Verabreichung von Schmerzmitteln zur Kontrolle postoperativer Schmerzen.

  • Prävention von Komplikationen: Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen und Thrombosen, wie die Gabe von Antibiotika und Blutverdünnern.

  • Frühmobilisation: Anleitung zu leichten Bewegungen, um die Blutzirkulation zu fördern und Komplikationen zu vermeiden.

Frühe postoperative Phase

  • Wundpflege: Überwachung der Operationswunde zur frühzeitigen Erkennung von Infektionen.

  • Physiotherapie: Beginn eines individuell angepassten Rehabilitationsprogramms.

  • Manuelle Lymphdrainage und Elektrotherapie: Um die Wundheilung zu beschleunigen und Schmerzen zu reduzieren.

  • Bewertung und Anpassung der Medikation: Anpassung der Schmerzmittel und anderer Medikamente nach Bedarf.

Späte postoperative Phase

  • Regelmäßige Nachuntersuchungen: Überwachung des Heilungsprozesses und der Funktion der Prothese.

  • Anpassung der Rehabilitationsmaßnahmen: Fortlaufende Anpassung der physiotherapeutischen Übungen basierend auf dem Fortschritt des Patienten.

  • Langzeitbetreuung: Beratung zu Lebensstiländerungen und Aktivitäten, um die Langlebigkeit der Prothese zu gewährleisten.

Langfristige Nachsorge

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Überprüfung der Prothesenfunktion und frühzeitige Erkennung möglicher Probleme.

  • Management von Langzeitkomplikationen: Beratung und Behandlung von möglichen langfristigen Komplikationen wie Prothesenlockerung oder -abrieb.

Wann sind Physiotherapie-Hausbesuche nach einer Hüft-Totalendoprothese empfehlenswert

Ein Physiotherapie-Hausbesuch kann nach einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) in verschiedenen Situationen sinnvoll sein. Hier sind einige Umstände, unter denen Hausbesuche besonders vorteilhaft sein können:

 

Unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus:

In den ersten Tagen oder Wochen nach der Operation, wenn der Patient noch nicht mobil genug ist, um externe Termine wahrzunehmen.

 

Eingeschränkte Mobilität:

Wenn der Patient Schwierigkeiten hat, selbständig zu reisen, beispielsweise aufgrund von Schmerzen, Schwäche oder Unsicherheit beim Gehen.

 

Individuelle Rehabilitationsbedürfnisse:

Einige Patienten benötigen individuellere Betreuung, die besser in ihrer gewohnten Umgebung geleistet werden kann.

 

Erhöhtes Risiko für Komplikationen:

Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für postoperative Komplikationen wie Thrombose oder Infektionen kann die physiotherapeutische Behandlung zu Hause sicherer sein.

 

Spezifische Rehabilitationsziele:

Hausbesuche ermöglichen es, spezifische Ziele wie die Navigation in der häuslichen Umgebung, das Treppensteigen oder das Wiedererlangen der Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten auszuführen, direkt anzugehen.

 

Fehlende Transportmöglichkeiten:

Wenn der Patient keine Möglichkeit hat, eigenständig oder mit Hilfe zu einer Physiotherapieeinrichtung zu gelangen.

 

Psychologischer Komfort:

Einige Patienten fühlen sich in ihrer eigenen Umgebung wohler und reagieren besser auf die Behandlung.

 

Pandemiebedingte Einschränkungen:

In Zeiten von Gesundheitskrisen wie einer Pandemie können Hausbesuche eine sicherere Alternative zu Klinikbesuchen sein.

Physiotherapie Zuhause
FAQs zur Physiotherapie bei Hüft-Totalendoprothese

Häufig gestellte Fragen zu Physiotherapie bei

Hüft-Totalendoprothese:

Warum ist Physiotherapie nach einer Hüft-TEP wichtig?

 

  • Physiotherapie hilft, die Beweglichkeit und Kraft in der Hüfte zu verbessern, fördert die Heilung und unterstützt eine schnellere Genesung. Sie hilft auch, das Risiko von Komplikationen wie Thrombosen oder Luxationen der Prothese zu reduzieren.

 

Wie lange dauert die Physiotherapie nach einer Hüft-TEP?

 

  • Die Dauer der Physiotherapie variiert je nach individuellem Genesungsprozess. Sie kann von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen.

 

Welche Übungen werden in der Physiotherapie durchgeführt?

 

  • Übungen umfassen in der Regel leichte Dehnungen, Kräftigungsübungen für die Bein- und Hüftmuskulatur, Gleichgewichtsübungen und Gehtraining.

 

Wann beginnt die Physiotherapie nach der Operation?

  • In der Regel beginnt die Physiotherapie sehr kurz nach der Operation, oft schon am Tag danach, um die Beweglichkeit zu fördern und Komplikationen vorzubeugen.

 

Kann ich nach einer Hüft-TEP wieder normal laufen?

  • Ja, das Ziel der Physiotherapie ist es, den Patienten zu einer normalen Gangart zurückzuführen. Der Erfolg hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem allgemeinen Gesundheitszustand und der regelmäßigen Teilnahme an der Therapie.

 

Gibt es Bewegungen oder Aktivitäten, die ich nach einer Hüft-TEP vermeiden sollte?

 

  • Ja, es gibt bestimmte Bewegungen, die vermieden werden sollten, um eine Dislokation der Prothese zu verhindern. Dazu gehören tiefe Beugungen, das Kreuzen der Beine und bestimmte Drehbewegungen. Der Physiotherapeut wird detaillierte Anweisungen geben.

 

Wie kann ich meine Genesung zu Hause unterstützen?

 

  • Die Durchführung der empfohlenen Übungen, das Einhalten der Bewegungsrichtlinien, die Verwendung von Hilfsmitteln wie Gehhilfen und eine angemessene Schmerzkontrolle sind wichtige Bestandteile der Genesung zu Hause.

 

Brauche ich spezielle Ausrüstung für die Physiotherapie zu Hause?

 

  • Oft reichen grundlegende Hilfsmittel wie ein Stuhl, Kissen und gegebenenfalls eine Gehhilfe. Der Therapeut kann auch spezifische Übungen empfehlen, die keine spezielle Ausrüstung erfordern.

 

Werden die Kosten für Physiotherapie von der Krankenversicherung übernommen?

 

  • Die Kostenübernahme hängt von der individuellen Versicherungspolice und den Gesundheitssystemen ab. In vielen Fällen wird Physiotherapie nach einer Hüft-TEP von der Versicherung teilweise oder vollständig übernommen.

 

Ist es normal, nach einer Hüft-TEP Schmerzen zu haben?

 

  • Ein gewisses Maß an Schmerzen ist normal, besonders in den ersten Wochen nach der Operation. Schmerzen sollten jedoch mit der Zeit nachlassen und durch Schmerzmittel und Physiotherapie gut kontrollierbar sein.

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